Buch veröffentlichen

10 Fragen, die man sich vor der Buchveröffentlichung stellen sollte

Inhaltsverzeichnis

  1. Lädt dein erster Satz den Lesenden ein, weiter zu lesen?
  2. Was sind die wichtigsten Elemente in deiner Handlung und ist eine Entwicklung zu beobachten?
  3. Passiert etwas Unerwartetes?
  4. Aus welcher Perspektive schreibst du?
  5. Ist das Verhältnis zwischen der Erzählzeit und der erzählten Zeit korrekt?
  6. Wird dein letzter Satz den Lesenden als einsames Wesen verlassen?
  7. Folgt das Layout deines Manuskripts der Geschichte?
  8. Stimmt das Cover deines Buches mit deiner Geschichte überein?
  9. Erscheint der Titel deines Buches nicht mehr als einmal in deiner Geschichte?
  10. Reizt deine Buchrückseite den Lesenden schon nach 10 Sekunden?

Ein Buch im Self-Publishing zu veröffentlichen, ist der letzte Schritt in einem langen und oft mühsamen Prozess. Bookmundo ist natürlich da, um dir dabei zu helfen, aber wir legen auch großen Wert auf das, was vor der Buchveröffentlichung kommt, wie die Qualität des Covers und des Manuskripts. Wir sind schon seit einiger Zeit an der Spitze des Self-Publishing, haben also schon viele Bücher kommen und gehen sehen, mit unterschiedlichen Ergebnissen. Daher sind wir auf einige häufige Probleme gestoßen, die sich auf die Popularität deines Buches auswirken können. Diese Probleme dienen als Inspiration für diesen Beitrag.

In diesem Artikel behandeln wir zehn der wichtigsten Fragen, die du dir vor der Buchveröffentlichung stellen solltest. Wenn du all diese Fragen zufriedenstellend beantworten kannst, solltest du bereit sein, auf den Veröffentlichungsknopf zu drücken!

1. Lädt dein erster Satz den Lesenden ein, weiter zu lesen?

Der erste Satz deiner Geschichte ist oft das, was ein potenzieller Lesender vor dem Kauf des Buches liest, wenn er es durchblättert. Ein gut durchdachter erster Satz kann also deine Geschichte stärken.

„Ich war in ein Chaos geraten, nachdem sie mich verlassen hatte.“ – Türkische Früchte, Jan Wolkers

Die Eröffnungslinie von Jan Wolkers‘ Bestseller Türkische Früchte enthält eine gesunde Portion Geheimnisvolles. Ein kraftvoller erster Satz wirft viele Fragen für den Lesenden auf. Eine gute Geschichte enthält lebendige Metaphern und Ausdrücke, aber ein anregender erster Satz enthält wenig oder keine Bilder und ist eher kurz als lang. Auf diese Weise zieht man den Lesenden sofort in die Geschichte ein. Danach kannst du natürlich mit einer schönen, kreativen Bildsprache spielen. Der Gebrauch der gesprochenen Sprache kann auch helfen, dem Lesenden das Gefühl zu geben, dass er vom ersten Satz an in die Geschichte eingebunden ist. Natürlich bestimmt der erste Satz nicht sofort die Qualität deines Buches, aber er kann helfen.

2. Was sind die wichtigsten Elemente in deiner Handlung und ist eine Entwicklung zu beobachten?

Erstelle vor der Buchveröffentlichung ein Diagramm deiner Geschichte. Im Gegensatz zu dem, was viele Blogs sagen, besteht eine gute Storyline nicht aus einer großen, unerwarteten Wendung. Als Autor:in ist es wichtig, im Voraus über den Verlauf der Geschichte nachzudenken. Erstelle einen klaren Zeitplan und zeige wichtige Verflechtungen, auch Handlungspunkte genannt, in einer Farbe auf. Auf diese Weise kann festgestellt werden, wo möglicherweise zu viele Handlungspunkte hintereinander liegen. Versuche, die Geschichte von Freund:innen oder Familienmitgliedern lesen zu lassen. Ein unabhängiger Lesender kann dir Auskunft über den Schwierigkeitsgrad des Buches geben. Generell empfehlen wir, nicht mehr als zwei große Handlungspunkte zu verwenden.

3. Passiert etwas Unerwartetes?

Natürlich wird ein Bestseller nicht davon bestimmt, ob etwas Unerwartetes passiert oder nicht. Aber das hilft gerade als Self-Publishing-Autor:in, Aufmerksamkeit bei potenziellen Lesenden zu finden. Erstelle eine Figur, die deiner Leserschaft gefällt, aber lass ihn oder sie etwas tun, das im Widerspruch zu seiner oder ihrer Persönlichkeit steht, z.B. eine langweilige Hausfrau, die einen Mord begeht.

4. Aus welcher Perspektive schreibst du? Ist es in der gesamten Geschichte gleich?

Die narrative Perspektive einer Geschichte bestimmt, aus welcher Position der Lesende die Geschichte erleben wird. Nachfolgend findest du eine Liste aller möglichen narrativen Perspektiven, die du nutzen kannst. Bestimme, welche Perspektive zu deiner Geschichte passt und stelle vor der Buchveröffentlichung sicher, dass du dich während der gesamten Geschichte daran hältst. Ein Perspektivenwechsel ist ein häufiges Problem und er verhindert, dass sich der Lesende voll und ganz in die Geschichte einfühlt.

In der „er/sie“ Form:

Der/die allwissende Erzähler:in: Dies ist ein:e Erzähler:in, der nicht an der Geschichte teilnimmt. Er/sie betrachtet die Geschichte von oben wie ein Vogel. Aus diesem Grund kennt der Lesende alle Gedanken aller Charaktere.

Persönliche Perspektive: Dies ist das Gegenstück zu:r allwissenden Erzähler:in. Der/die Charakter-Erzähler:in ist in der Tat in der Geschichte. Also ist er/sie nicht allwissend. Der/die persönliche Erzähler:in kann direkt in die Geschichte eingebunden werden, oder besser gesagt im Hintergrund bleiben.

In der „Ich“-Form:

Erzählendes Ich: In der Ich-Perspektive erzählt der Charakter von Ereignissen in der Vergangenheit, daher ist die Geschichte in der Vergangenheitsform geschrieben.

Erlebendes Ich: Die Geschichte wird auf diese Weise in der Gegenwart erzählt. Die Figur erzählt eine Geschichte, die in diesem Moment passiert.

Eine wechselnde Perspektive:

Du kannst die Perspektiven während der gesamten Geschichte ändern. Lasse den Lesenden die Geschichte mit anderen Augen betrachten. Dies kann geschehen, indem man das gleiche Ereignis von verschiedenen Charakteren beschreibt, oder indem man andererseits verschiedene Ereignisse von verschiedenen Charakteren beschreibt. Achte jedoch darauf, dass die Kohärenz der Geschichten nicht verloren geht.

5. Ist das Verhältnis zwischen der Erzählzeit und der erzählten Zeit korrekt?

Die Erzählzeit deines Buches ist die Anzahl der Seiten, die du verwendet hast, um eine bestimmte Geschichte zu beschreiben. Die erzählte Zeit bezieht sich auf die verstrichene Zeit in der Geschichte. Diese Elemente müssen in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Wenn du dich für eine hohe Erzählzeit (eine hohe Anzahl an Seiten) und eine niedrige Erzählzeit (eine Geschichte, die in fünf Minuten stattfindet) entscheidest, musst du tief in alle Ereignisse einsteigen, die während dieser fünf Minuten stattfinden. Als Autor:in sollte dir dies während des gesamten Schreibprozesses bewusst bleiben. Wenn du in deinem Buch zwischen sehr unterschiedlichen Proportionen wechselst, läufst du Gefahr, anormale Zeitsprünge zu basteln. Dies kann für den Lesenden verwirrend sein. Stelle also vor der Buchveröffentlichung nochmal sicher, dass das Verhältnis stimmt.

6. Wird dein letzter Satz den Lesenden als einsames Wesen verlassen?

Jede:r Autor:in ist der/die eigene Meister:in der Geschichte. Er/sie entscheidet, ob die Geschichte mit einem offenen oder geschlossenen Ende endet. Eine gute Geschichte lässt den Lesenden immer verwirrt zurück. Dies zeigt, dass der Lesende in der Lage war, sich vollständig mit dem Charakter zu identifizieren. Der letzte Satz kann daher als Abschiedssatz der Geschichte angesehen werden. Ein guter Abschied dauert lange.

7. Folgt das Layout deines Manuskripts der Geschichte?

Die Struktur deines Manuskripts ist ein Leitfaden für jeden Lesenden. Stelle sicher, dass sich die Struktur deiner Geschichte in deinem Buch widerspiegelt. Wird die Geschichte chronologisch erzählt? Oder arbeitest du mit einer wechselnden Perspektive? Wenn du eine komplexe Handlung ausarbeitest, kannst du bspw. Kapitel verwenden, um der Leserschaft eine Struktur zu geben.

Ein Kapitel ist nicht an eine bestimmte Länge gebunden. Dennoch solltest du ein Kapitel als eine Geschichte an sich sehen. Auch hier bestimmen der erste und letzte Satz einen großen Teil des Inhalts. Die Einteilung in Kapitel bietet dem Lesenden auch eine gewisse Atempause. Viele Lesende lesen bis zum Ende eines Kapitels, bevor sie das Buch für ein paar Tage weglegen. Plane also das Ende eines Kapitels gut, denn du willst den Lesenden für das nächste Kapitel ungeduldig machen.

8. Stimmt das Cover deines Buches mit deiner Geschichte überein?

Natürlich muss man kein professioneller Grafikdesigner sein, um ein schönes, klares Cover zu gestalten. Zum Beispiel kannst du dein Cover ganz einfach mit unserem Cover-Designer erstellen. Aber sollte es euch eher nach etwas anderem sein, dann gibt es noch andere Plattformen wie Canva, die dir beim Erstellen deines Covers behilflich sein können. Dennoch gilt die Regel „Weniger ist mehr“. Ein schönes, klares Bild und eine saubere Schrift funktionieren oft besser als ein geschäftiger Hintergrund mit künstlerischen Buchstaben. Natürlich kann man als Schriftsteller manchmal über den Tellerrand hinausschauen. Bedenke jedoch, dass Bücher, die im Selbstverlag veröffentlicht werden, oft viel strenger beurteilt werden als ihre traditionellen Gegenstücke. Deshalb solltest du das Erscheinungsbild eines traditionell veröffentlichten Buches so weit wie möglich nachahmen. Vergleiche dein Buchcover vor der Buchveröffentlichung nochmal mit anderen Werken.

9. Erscheint der Titel deines Buches nicht mehr als einmal in deiner Geschichte?

Ein guter Titel ist nicht unbedingt in jedem Kapitel deiner Geschichte zu finden. Ein Beispiel für einen guten Titel ist Laura van der Haars Wolfszahl. Dieser Titel erzählt wenig oder gar nichts über das Buch, weckt aber dennoch ein gewisses Interesse beim Lesenden. Beim Lesen der Geschichte wird erst klar, was der Titel bedeutet. Natürlich kannst du auch einen leichter zugänglichen Titel wählen. Achte in jedem Fall darauf, dass der Titel die Atmosphäre des Buches wiedergibt.

10. Reizt deine Buchrückseite den Lesenden schon nach 10 Sekunden?

Hast du die oben genannten Tipps verwendet? Dann achte vor der Buchveröffentlichung darauf, dass du dir genügend Zeit nimmst, um eine gute, interessante Rückseite zu gestalten. Das Schreiben des Klappentextes ist nicht so einfach, wie es scheint. Als Autor:in deines eigenen Buches musst du sicherstellen, dass du nicht zu viele Informationen preisgibst. Achte darauf, dass du nur den Anfang der Handlung herausarbeitest und nicht zu viele Charaktere einführst. Der Klappentext soll den Lesenden nur kurz anregen. Wenn du bereits Bücher veröffentlicht hast, kann es interessant sein, eine Rezension hinzuzufügen. Wende dich an einen Rezensenten, der dein vorheriges Buch bewertet hat, und sende ihm ein Belegexemplar. Wenn dies dein erstes Buch ist, kannst du ein kleines Zitat aus dem Buch auf der Rückseite hinzufügen. Wähle einen Text, der die Atmosphäre der Geschichte in nicht mehr als fünf Zeilen umreißt.

Und was jetzt?

Das war’s – wenn du alles, was in diesem Artikel erwähnt wurde, unter Kontrolle hast, solltest du mehr als bereit sein, dein Buch im Selbstverlag zu veröffentlichen und zu verkaufen!

Wenn du also bereit bist, den nächsten Schritt zu machen und dein Buch der Welt zu präsentieren, warum nicht jetzt damit anfangen? Mit Bookmundo hast du die Möglichkeit, dein Buch im Selbstverlag zu veröffentlichen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Nutze die Tools und Ressourcen, die dir zur Verfügung stehen, um deine Schreibträume zu verwirklichen. Starte jetzt und werde Autor:in mit Bookmundo!